theater-interventionen

rebellion und aufbruch

16. bis 18. Juni  |  münsterhof, zürich

Traditionsbrüche, Verunsicherungen, Rebellion, Melancholie, Aufbruch, Zeitenwende – das sind Worte, welche die Stimmung in der Stadt Zürich um 1517 beschreiben. 500 Jahre später kommt uns Vieles vergleichbar vor.  Die Reformation ist eine Revolution der Ideen und gleichzeitig ein Ausbruch von Gefühlen. Frauen und Männer hatten Angst vor der Radikalität und dem Tempo der Veränderungen. Deshalb brodelt es im Volk.                                            

In dieser Ambivalenz spielen 22 junge Artisten und Künstlerinnen mit Körperritualen, mit Sprachzitaten, mit Musik und Tänzen auf dem Münsterhof, auf Hausdächern und in umliegenden Läden und Höfen.

 

 

Regie: Volker Hesse, Choreographie: Laia Sanmartin Guirado, Ausstattung: Stephan Mannteuffel, Musik: Aleix Tobias, Technischer Leiter: Werner Hegglin.



Theatrale interventionen auf dem münsterhof

Nonnen beklagen mit ihrem Gesang der Sibylle, im Fraumünster und von den Dächern, den Verlust ihrer häuslichen und religiösen Heimat. Ein alter Gesang auf den Weltuntergang und ein prophetischer in Erwartung des goldenen Zeitalters.

Prophetische Gestalten verkünden radikale Denksysteme und revolutionäre Ideen vom Hofbalkon der Meise – von Thomas Morus «Utopia» bis zu Erasmus von Rotterdam’s «Lob der Torheit».

Alchimisten, Astrologen, Kurtisanen spielen in den umliegenden Läden, geben Einblick in die arabische und persische Medizin des Zürcher Apothekers Christoph Clauser, in die Angebote der Körperlust, in den unermesslichen Weltraum.

Rund um den Markt zirkuliert ein Wagen mit verhüllter Bühne. Darin spielen, erzählen Artisten von exotischen Tieren, farbigen Menschen, der frischentdeckten Neuen Welt. Sie zeigen den Liebesapfel.

Der Totentanz in den Marktgassen erinnert an die individuelle Vergänglichkeit – frei von Ablass und Fegefeuer.

 


Mit freundlicher Unterstützung:
Stiftung Baugarten, Swiss Textile Collection