der ablasskrämer

Spiel nach einer Fastnachtsposse von Niklaus Manuel 1525

16. bis 18. Juni  |  Münster-märt

3 szenen auf dem Münster-märt, am schiffsteg an der limmat und im kreuzgang des fraumünsters


«Sieben mutige Frauen, wie Zillia Nasentutter, Anni Süwrüssel oder Trine Filzbengel, zwingen den Ablasskrämer Rycardus Hinterlist zum Geständnis seiner Schandtaten. Die Weiber benutzen unzimperliche, durchaus mittelalterliche Methoden. Dem Mönch bleibt nichts anderes übrig als seine Schandtaten – wie Diebstahl, Völlerei, Hurerei und Reliquienfälschung – einzugestehen und das Geld für die ihnen verkauften Ablassbriefe zurückzugeben. Doch dieser Erfolg weckt weitere Begehrlichkeiten …». 


Aufführungszeiten mit Beginn auf dem Marktplatz:

Freitag:                                   12:15 bis 13:45

17:15 bis 18.45

Samstag:

11:00 bis 12:30

14:00 bis 15:30

17:15 bis 18:45

Sonntag:

11:15 bis 12:45

14:00 bis 15:30

 

 

Die 3 Szenen

Mitwirkende

Es brodelt im Volk – auch bei Niklaus Manuel: Seine Fastnachtspossen sind vor dem Hintergrund des 15. und des beginnenden 16. Jahrhunderts zu verstehen. 1421 wurde der Grundstein des Berner Münsters gelegt. Dies ist ein Zeichen der Verbundenheit zur katholischen Kirche; sonst wäre wohl kaum eine der grössten gotischen Kirche nördlich der Alpen in Angriff genommen worden.

Könige und Päpste lieferten sich zahlreiche Kriege. Die Gier der Päpste nach Macht und Landbesitz wuchs ins Unermessliche. Kriege, das prunkvolle Leben der Kirchenfürsten sowie die Pensionen für die Söldnerwerbung verschlangen viel Geld, finanziert durch Ablasshandel und überrissene Forderungen für Totenmessen; dies sorgte im Volk für viel Unmut!

Holzschnitte von bekannten Künstlern sowie Schmäh- oder Spottschriften wurden weit verbreitet. Auch die Streitschriften von Luther und Zwingli wurden von Klerikern und Laien gelesen. Beim Söldner und begabten Kunstmaler Niklaus Manuel (1484–1530) hinterliess diese Lektüre deutliche Spuren und er wandte sich 1520 von seinen Malkünsten ab. Er verfasste nun Fastnachtpossen, die sich kritisch gegen die Kirche stellten. Dass die Obrigkeit 1523 diese Aufführung zuliess, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass auch Bern sich für das reformatorische Gedankengut öffnete.

1525 schrieb Niklaus Manuel den «Ablasskrämer». Dieses Stück wurde damals nicht aufgeführt, doch ist das Original erhalten.